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Ulm - Spitze im Süden und weltweit

Citius – altius - fortius "Dabei sein ist alles" wird heute allgemein als Motto der Olympischen Spiele der Neuzeit angesehen, dabei lautet es eigentlich auf Lateinisch "citius – altius– fortius" , auf Deutsch: "schneller – höher – stärker" (übertragen auch "weiter"). Rekorde werden manchmal schnell übertroffen, manchmal halten sie fast ewig. Die Kölner konnten sich beim 1880 vollendeten Dom (157,4m) nur 10 Jahre daran erfreuen, die höchsten Kirchtürme der Welt in ihrer Stadt zu haben, denn 1890 vollendeten die Ulmer ihr 1377 begonnenes Ulmer Münster (161,5m) und schnappten den Kölnern den Weltrekord weg. Doch in Barcelona wartet immer noch die Kathedrale Sagrada Familia auf ihre Vollendung – geplant für das Jahr 2026 mit 170 Metern Höhe. Mal sehen, ob und wann das klappt. Geteilte Stadt Ulm und das heutige Neu-Ulm sind gefühlt eine Stadt, verteilt auf zwei Bundesländer, mit 177.000 Einwohnern. Die Grenze wurde erst von Napoleon an der jetzigen Stelle gezogen. Ulm als ehemalige Freie Reichsstadt kam 1803 zunächst komplett zu Bayern, bevor es 1810 durch Gebietstausch zum Königreich Württemberg kam, beim Königreich Bayern verblieben aber seine Wiesen, Äcker und Gärten, auf denen später "Ulm auf dem rechten Donauufer" entstand – der Zungenbrecher wurde dann platzsparend auf "Neu-Ulm" verkürzt. Die Stadt Ulm ist aber bis heute durch viele frühere Vermächtnisse an Stiftungen und karitative Einrichtungen als Rechtsnachfolger der größte Grundbesitzer in Neu-Ulm. So steht das aktuelle Bootshaus des Ulmer Ruderclubs zwar auf bayerischem Territorium, überlassen wurde es aber von der Stadt Ulm in Erbpacht.